Wissenswertes

In unserem Glossar sammeln wir für Sie Geflügelwissen von A bis Z. Hier erklären wir Begriffe, die in der Geflügelhaltung von Bedeutung sind oder Fragen aufwerfen. Unser Glossar wird fortlaufend ergänzt – wenn Sie Anregungen für weitere Begriffe haben, zu denen Sie mehr wissen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf – vielen Dank!


A

Antibiotika

Antibiotika sind Arzneimittel. Sie werden eingesetzt bei Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden. 1928 entdeckte Alexander Fleming zufällig Penicillin, das erste Antibiotikum. Antibiotika verhindern, dass Bakterien sich vermehren.

Medikamente wie Antibiotika dürfen in der Geflügelhaltung nur dann eingesetzt werden, wenn ein Tierarzt den Einsatz verschreibt (tierärztliche Indikation). Der Tierhalter ist nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, Leiden und Schmerzen zu verhindern. Dies beinhaltet, dass bei nachgewiesenen bakteriellen Infektionen Tiere behandelt werden müssen, um unnötiges Leiden zu vermeiden.

Dabei wird jedoch darauf geachtet, dass nur die Menge an Arzneimittel eingesetzt wird, die notwendig ist, um das Behandlungsziel zu erreichen. So wird ein streng restriktiver Einsatz von Antibiotika gewährleistet. Grundlage hierfür sind die Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit den antimikrobiell wirksamen Tierarzneimitteln der Bundestierärztekammer und der Arbeitsgruppe Tierarzneimittel der Länderarbeitsgemeinschaft leitender Veterinär Beamten (sog. Antibiotika Leitlinien).

Die Einhaltung dieser Leitlinien gewährleistet, dass nur rückstandsfreie Geflügelprodukte in den Handel kommen.

Ausstallung

Als Ausstallung bezeichnet man das Einfangen der Tiere am Ende der Aufzucht. Die Ausstallung geschieht nachts bei geringer Beleuchtung, um unnötigen Stress für die Tiere zu vermeiden.

Wenige Tage vor der Ausstallung und Schlachtung kontrolliert ein Amtstierarzt nochmals den Gesundheitszustand der Tiere und prüft, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, sowie den Aufzuchtbericht, der unter anderem Aufzeichnungen über die Bedingungen im Stall und den Gesundheitszustand der Tiere enthält. Fehlt dieses Dokument, werden die Hähnchen nicht zur Schlachtung zugelassen.


B

Besatzdichte

Wie viel Platz jedes einzelne Tier im Hähnchenstall hat, ist in Deutschland für die konventionelle Tierhaltung durch die Tierschutznutztierhaltungsverordnung gesetzlich festgelegt. Die sogenannte Besatzdichte ergibt sich aus der Anzahl an Kilogramm Lebensgewicht pro Quadratmeter im Hähnchenstall. Basis für die deutsche Gesetzgebung ist die EU-Richtlinie 2007/43, deren Vorgaben Deutschland als erstes Mitgliedsland in nationales Recht umgesetzt und zudem übertroffen hat: In der EU-Vorgabe ist eine Besatzdichte von bis zu 42 kg/qm genannt. In Deutschland ist die geringere Besatzdichte von 39 kg (Langmast) beziehungsweise 35 kg (Kurzmast) gesetzlich festgelegt.

Für die Tiergesundheit spielt die Anzahl der Tiere im Stall nicht die alleinige Rolle: Faktoren wie die Qualität von Futter und Einstreu, Lichtverhältnisse, Luftfeuchtigkeit sind maßgeblich dafür, dass es den Tieren gut geht. Ein entsprechendes Stallmanagement ist unerlässlich schon aus dem Grund, dass ein Landwirt nur mit gesunden Tieren erfolgreich wirtschaften kann.

Betriebskennung

Welche Informationen auf der Verpackung aufgeführt werden müssen, ist in Deutschland durch die Vermarktungsnorm für Geflügelfleisch (EG-VO 543/2008) klar geregelt.

Die Betriebskennung, die in einem Oval auf der Packung eingetragen ist (Kombination aus Buchstaben und Zahlen), beinhaltet die Veterinär-Zulassungsnummer des jeweiligen Schlacht- bzw. des Zerlegebetriebes sowie die Kennbuchstaben für den Betriebsstandort (DE für Deutschland).


G

Geflügel Zubereitung: Hähnchen & Pute richtig zubereiten

Bei der Geflügel Zubereitung ist es wichtig gewisse Standards in punkto Hygiene einzuhalten, um eine gesunde Ernährung gewährleisten zu können. Gerade wenn Sie frisches oder aufgetautes Geflügel zubereiten möchten, sollten Sie deshalb die nachfolgenden Tipps berücksichtigen, um sicherzugehen, dass Sie die notwendigen Hygienestandards einhalten:

  • Frisches sowie rohes Geflügel sollte nicht gemeinsam mit anderen unverschlossenen Lebensmitteln gelagert werden.
  • Geflügel, das bereits stark angetaut oder komplett aufgetaut ist, sollte auf keinen Fall wieder eingefroren werden. Unabhängig von den jeweiligen Geflügelsorten sollte umgehend die Zubereitung mit anschließendem Verzehr erfolgen.
  • Geschirr, Messer oder Werkzeuge, die bei der Geflügel Zubereitung verwendet worden sind, müssen gründlich gereinigt werden, bevor sie zur Zubereitung von anderen Lebensmitteln genutzt werden.
  • Tiefgefrorenes Geflügel sollte immer in entpacktem Zustand auftauen, wobei die Tauflüssigkeit vor der Zubereitung wegzuschütten ist.
  • Bei der Zubereitung von Geflügel sollte auf eine Kerntemperatur von wenigstens 75°C geachtet werden.

Wenn Sie neben diesen Hinweisen zu den wichtigsten hygienischen Maßnahmen bei der Zubereitung von Geflügel auch noch auf der Suche nach Rezepten für verschiedene Geflügelgerichte sind, empfiehlt sich ein Blick in den WIESENHOF Kochclub (www.wiesenhof-kochclub.de).


H

Haltung

Die Geflügelwirtschaft hat bereits 1999 unter Führung des Bundeslandwirtschaftsministeriums und in Zusammenarbeit mit  Tierschutzorganisationen und den Länderbehörden mit den bundeseinheitlichen Eckwerten freiwillige Vereinbarungen für die Geflügelhaltung getroffen. Diese regeln deutschlandweit die Geflügelhaltung, also u.a. Vorgaben zu BesatzdichteLichtverhältnissen und Belüftung in deutschen Geflügelställen.

Diese Vereinbarungen betreffen heute nur noch die Putenhaltung in Deutschland. Für die Hähnchenhaltung hat Deutschland im Juni 2009 als erstes Mitgliedsland mit der Vierten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung die entsprechende EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt und dabei die europäischen Vorgaben – beispielsweise beim Thema Besatzdichte – übertroffen. Die Hähnchenhaltungsverordnung ist seit 9. Oktober 2010 gesetzlich geltend.


K

Küchenhygiene Regeln: Geflügel vor dem Verderben schützen

Geflügelfleisch ist reich an hochwertigen, leicht verdaulichen Nährstoffen und muss deshalb vor Verderbnis geschützt werden. Gemäß den wichtigsten Küchenhygiene Regeln sollte die Kühlkette bei frischem oder gefrorenem Geflügel nicht unterbrochen werden. An warmen Tagen empfiehlt sich deshalb der Transport in einer Kühltasche, um zu verhindern, dass das Geflügel auf dem Weg vom Einkaufsort nach Hause verdirbt. Nach den Regeln der Küchenhygiene sollte das Geflügel umgehend verarbeitet oder gekühlt werden.

Zur kurzfristigen Lagerung von Frischgeflügel empfehlen sich Temperaturen zwischen 0°C und +4°C. Frostgeflügel ist tiefgekühlt bei –18° C zu lagern.

Wer bei der Geflügel Zubereitung die Regeln der Küchenhygiene beachtet, kann Geflügelfleisch jederzeit unbesorgt genießen: Geflügelfleisch ist vor dem Verzehr immer vollständig durchzugaren. So lassen sich gesundheitliche Gefahren durch etwaige Keimbelastung (z. B. Salmonellen) wirksam ausschließen.

Die Salmonellen, die sich auf der Haut von Geflügel befinden können, werden zwar durch Erhitzen abgetötet, können sich jedoch bei mangelnder Küchenhygienevorher aber auf andere Lebensmittel übertragen. Deswegen ist es neben dem vollständigen Durchgaren auch die Beachtung folgender Küchenhygiene Regelnwesentlich.

Tipps zur Küchenhygiene und zur Zubereitung

  • Frisches, rohes Geflügel nicht offen gemeinsam mit anderen Lebensmitteln lagern.
  • Stark angetautes oder aufgetautes Geflügel auf keinen Fall wieder einfrieren, sondern sofort verwenden oder gegart einfrieren.
  • Geräte, Werkzeuge oder Schneideunterlagen, die zur Verarbeitung von Geflügel verwendet wurden, erst gründlich reinigen, bevor sie für andere Lebensmittel verwendet werden.
  • Tiefgefrorenes Geflügel zum Auftauen auspacken und Auftauflüssigkeit wegschütten.
  • Geflügel sollte eine Kerntemperatur von +75° C erreichen.

Zahlreiche weitere Tipps, Anregungen und Rezepte für Gerichte mit Geflügel gibt es im Wiesenhof Kochclub (www.wiesenhof-kochclub.de).


M

Massentierhaltung von Hühnern und anderen Tieren

Immer häufiger fällt in den letzten Jahren der Begriff Massentierhaltung, wenn über Tierhaltung (vor allem bei Hühnern) in Deutschland berichtet oder diskutiert wird.

Wissenschaftlich ist der Begriff Massentierhaltung bislang wenig behandelt, eine allgemein anerkannte Definition besteht nicht. Verbraucherzentralen verzichten teilweise bereits auf den Begriff, da er entgegen der typischen Assoziationen keinerlei Aussagewert in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden des einzelnen Tiers besitzt: Die Besatzdichte ist nicht das alleinige Kriterium für das Wohl der Hühner.

Auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, spricht sich gegen den seiner Meinung nach irreführenden Begriff der Massentierhaltung aus und plädiert für den Terminus der Intensivtierhaltung. Die in der Bevölkerung bestehenden Einschätzungen von Tierhaltung in Großbetrieben untersucht eine Studie der Universität Göttingen, Lehrstuhl für Lebensmittelmarketing (Link: http://www.dge-niedersachsen.de/downloads/pdfs/2012/25042012_antibiotika/dge_hannover_april_2012_spiller.pdf).


N

Nutztier

Als Nutztier wird ein Tier dann bezeichnet, wenn es vom Menschen wirtschaftlich genutzt wird und dem Unterhalt des Halters dient, insbesondere durch Versorgung mit Nahrung, Kleidung und anderen tierischen Rohstoffen sowie auch zur Arbeitserleichterung.

Fragen nach der Legitimität der Nutzung von Tieren für Interessen des Menschen stehen im Mittelpunkt der Tierethik, einer Teildisziplin der Bioethik.

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